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Oktober 2017


Im Oktober 2017 fing alles an. Eine ehrenamtliche Helferin eines Tierschutzvereins aus Neustrelitz wandte sich hilfesuchend an unsere jetzige Vorstandssitzende Manuela. Es ging um ein Haus in der Pappelallee mit ca. 20 Katzen, die dort alleine lebten und täglich versorgt werden mussten.


Der Hintergrund war, dass der Hausbesitzer, ein älterer Mann, aufgrund einer schweren Krankheit ins Hospiz kam. Seine geliebten Katzen musste er also zurücklassen und hatte leider niemanden, der sich um die Katzen kümmern konnte. Dort kamen wir ins Spiel.


Eine erste Begehung des Hauses erschreckte uns sehr. Mittlerweile war alles sehr verwahrlost. Überall lagen Exkremente der Katzen, es stank fürchterlich und war überall dreckig. Kein Wunder, denn die Katzen lebten dort schon einige Wochen allein. Mit einer Handvoll ehrenamtlicher Helfer wurde also erstmal einmal dafür gesorgt, dass die Katzen täglich mit Futter versorgt wurden.



Der Winter stand allerdings vor der Tür und nach kurzer Zeit wurde klar, dass es so nicht weitergehen konnte. Viele der Katzen waren durch das nass-kalte Wetter krank und zudem waren sie nicht kastriert. Zu allem Übel waren sie natürlich auch alle scheu. 


Es musste sich also ein Plan gemacht werden. Zunächst einmal baten wir das zuständige Ordnungsamt um Hilfe. Aber natürlich wollte niemand sich dafür zuständig fühlen. Also nahmen wir das Projekt selbst in die Hand. 


Zunächst einmal ging es daran, die Zimmer zu entrümpeln und zu säubern. Dazu gehörten das Schlafzimmer, sowieso ein Wohnzimmer, ein weiteres Zimmer sowie die Küche. Die Möbel wurden raus geschmissen und alles gereinigt.




November 2017


Parallel zu der Entrümpelungsaktion begannen wir mit einer erfahrenen Tierpflegerin die Katzen nach und nach einzufangen und zu kastrieren. Da einige von ihnen bereits ziemlich krank waren, bauten wir im ehemaligen Schlafzimmer eine provisorische Krankenstation auf. Dort mussten die, leider sehr scheuen, Katzen in ihren Käfigen bleiben, bis sie wieder halbwegs fit wurden.


Für die Freigänger, die es nicht gewohnt waren, eingesperrt zu werden, war das natürlich alles andere als schön. Aber ohne die ärztliche Behandlung hätten sie den Winter nicht überstanden. 


Am meisten Sorgen machten wir uns um Opi (s. Bild links). Trotz der Medikamente fraß er kaum noch, war apathisch und bewegte sich teilweise fast gar nicht mehr. Wir hatten uns schon darauf vorbereitet, dass er es nicht schaffen würde. Aber er überraschte uns und wurde, wie alle anderen auch, wieder fit und durfte wieder in die Freiheit.

Langsam bekamen wir etwas Routine rein. Wir teilten uns die Wochentage auf, damit jeden Nachmittag jemand zu den Katzen fuhr, sie fütterte sowie die Klos und die Räume halbwegs sauber machte. 


Fließend Wasser und Strom gab es leider nicht, weshalb immer wieder Wasserkanister zum Katzenhaus gebracht werden mussten.


Da es immer kälter wurde, machten wir uns langsam, wie wir es den Katzen ohne Strom und Heizung so warm wie möglich machen konnte. Dafür stellen wir draußen kleine Hütten mit Stroh auf, die von den Katzen sofort angenommen wurden.


Nachdem wir alles halbwegs ordentlich hergerichtet hatten, machten wir Fotos und baten die Tochter des Hausbesitzers, ihm die Fotos zu zeigen, damit er beruhigt sein konnte und wusste, dass seine Katzen versorgt wurden. Als er die Fotos sah, weinte er vor Freude und Erleichterung. Sein letzter Wunsch war es, dass sein Haus dem Tierschutz vermacht werden sollte. Kurz danach verstarb er leider.

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